Aug
29
2013
0

Der erste Sommer im Frieden

Leben mit der amerikanischen Besatzung im ländlichen Odenwald – “Living History” im Odenwälder Freilandmuseum aus der Zeit vor 68 Jahren

 

Das Odenwälder Freilandmuseum Walldürn-Gottersdorf widmet sich im Rahmen seiner „Living-History“-Vorführungen am kommenden Wochenende vom 30.August bis 1.September intensiv dem „Ersten Sommer im Frieden“ des Jahres 1945, also der Zeit vor genau 68 Jahren.  Dies bedeutete damals für den ländlichen Odenwald Besatzungszeit durch ein amerikanisches Militärregime, nachdem die grausame Nazi-Herrschaft nach einem sechsjährigen furchtbaren Krieg endgültig beseitigt worden war.

Der ausführende „Studienkreis Militärgeschichte e.V.“ mit Sitz in Königswinter, eine international agierende Gruppe von Geschichtsfreunden mit Mitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet,  hat sich akribisch auf diese Vorführungen vorbereitet. Ca. 100 Akteure, die aus allen Teilen Deutschlands kommen, schlüpfen in die Rollen von Besatzern und Einwohnern. Historische amerikanische Militärfahrzeuge wurden organisiert und fahren Gottersdorf an.

Der von den Akteuren dargebotene historische Rahmen, in dem sich die Darstellungen abspielen, wechselt an den 3 Veranstaltungstagen wie folgt:

Der grobe Rahmen am Freitag und Sonntag, das „Drehbuch“, innerhalb dessen sich die vielfältigen Szenen im Museumsgelände und in den historischen Gebäuden abspielen, stellt sich so dar:

Sommer 1945: Der Krieg ist vorbei, Deutschland sieht sich einer ungewissen Zukunft gegenüber. Zwar ist das Dorf im Odenwald von der Zerstörung verschont geblieben; der Krieg hat jedoch sichtbare Spuren hinterlassen. Viele Ehemänner und Söhne sind gefallen, vermisst oder in Gefangenschaft, die Frauen müssen sich und ihre Kinder durchbringen. Vertriebene und Flüchtlinge sind auf der Durchreise und versuchen, sich hier eine Heimat zu schaffen. Die ersten Heimkehrer haben sich nach Hause durchgeschlagen. Hamsterer aus den Städten sind auf der Jagd nach Lebensmitteln, der Schwarzhandel blüht. Als Teil der Besatzungstruppen in Deutschland sind amerikanische Streitkräfte im Ort stationiert. Ein US-Militärgouverneur hat die Regierungsgewalt übernommen. Es gilt eine neue deutsche Verwaltung zur Demokratisierung des Landes aufzubauen und mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau zu beginnen.

Die Deutschen stehen den amerikanischen Befreiern mit gemischten Gefühlen gegenüber. Den Amerikanern geht es mit dem ehemaligen Kriegsgegner nicht anders. Ihnen ist die Verbrüderung mit den Deutschen untersagt, trotzdem entstehen nach und nach erste soziale Kontakte. Es ist noch ein langer Weg bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

Das Programm dieser beiden Tage Freitag und Samstag lässt den Besucher also die ersten Schritte auf dem Weg zum heutigen Deutschland hautnah erleben – eine faszinierende Zeitreise kann angetreten werden.

 

Am Sonntag sieht der Handlungsrahmen dann folgendes vor: Das Szenario befasst sich mit der Befreiung und Besetzung des Ortes durch die Amerikaner Anfang April 1945. Der Krieg in Deutschland ist noch nicht vorbei. Auf breiter Front rücken die Amerikaner vor. Trotzdem leisten Teile der deutschen Streitkräfte in der Region hinhaltenden Widerstand. Der Besucher kann miterleben, ob der Ort verteidigt wird oder ob sich die Bevölkerung und Wehrmacht dazu entschließen, unnötiges Blutvergießen zu verhindern und dem Dorf Leid und Zerstörung zu ersparen.

Diese Darstellungen vom Sonntag finden erstmals in einem deutschen Freilandmuseum statt. Sie bilden inhaltlich und sachlich das Vorspiel zu den Darstellungen der beiden Vortage.

 

Innerhalb dieses Handlungsrahmens wird während der dreitägigen Vorführungen agiert und werden Szenen dargestellt. Trotz der Soldaten steht das Militär nicht im Mittelpunkt, sondern die Lebensumstände und der Alltag der damaligen Zeit, dem die Akteure nachgehen. So kann der Besucher völlig in die Vergangenheit eintauchen. Er kann mit den Darstellern sprechen und Kleidung, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausstattung aus nächster Nähe betrachten und sogar anfassen. Der Besucher steht sozusagen mitten im Geschehen und nimmt die Szenerie mit allen Sinne wahr. Ein zeitlich im Einzelnen festgelegtes Programm gibt es nicht; es wird zu zahlreichen spontanen Handlungen und Vorführungen kommen und zu interaktiven Möglichkeiten zwischen Akteuren und Besuchern.

Die Museumsgebäude sind sämtlich funktionaler Teil der Darstellungen. Die Küchen der Museumshäuser werden samt Küchenherden zur Versorgung (neben der Feldküche) in Betrieb genommen, die Betten sind des Nachts mit den Akteuren belegt. Die Gebäude werden durch entsprechende Ummöblierung und durch Funktionszuweisungen im Rahmen der Handlungen selbst Teil der Aktionen.

Drei Tage lang wird also ein wichtiges Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte kurz nach Ende des 2.Weltkriegs sehr konkret erlebbar, weit konkreter als durch Geschichtsbuch oder Film – eine einmalige hautnahe Darstellung, die bisher so in keinem Freilandmuseum geboten wurde.

Das Museum ist jeweils von 10-18 Uhr geöffnet, innerhalb dieser Zeit spielen sich auch die beschriebenen Handlungen ab.

Infos auch unter www.freilandmuseum.com

Zum Odenwälder Museum

Aug
02
2013
0

Line Dance als Familiensport

German Summer Classics 2013-1Kleine und große flinke Füße bei den German Summer Classics und den Star Awards im Line Dance im Wunderland Kalkar

Für rund 700 Teilnehmer aus 10 verschiedenen Ländern hieß es vom 26. bis 28. Juli im Wunderland Kalkar tapfer sein und sich bei wärmsten Sommertemperaturen, passend zum Motto „Tropical“, von seiner besten Seite beim Line Dance zeigen. Allerdings nicht nur mit obligatorischem Cowboyhut und Westernstiefeln bewaffnet, sondern auch mit Abkühlung schaffendem Fächer. Getanzt wurde in allen Stilrichtungen, stets mit dem bekannten Touch von Countryatmosphäre. Doch diesmal traten neben den Profis der sogenannten German Summer Classics auch die „Freizeittänzer“ ohne Wettbewerbsambitionen bei den Star Awards an. Eine Kombination die für sich sprach, denn hier konnte der ein oder andere dann noch entscheiden, ob das Tanzen um den Pokal nicht doch etwas für ihn wäre.

 

Die Organisatoren Iris Funkler und Ron Welters freuen sich besonders darüber, dass es bei ihren Veranstaltungen keine Alterstrennung gibt und kleine und große flinke Füße gemeinsam übers Parkett wirbeln. Anders als bei sonstigen Sportarten, bei denen Senioren- und Jugendwettbewerbe separat voneinander stattfinden, treten hier sämtliche Altersklassen im Mix gegeneinander an. Von 9 Jahren bis Mitte 60 sind alle vertreten. „Bei uns gibt es nur Anfänger, Fortgeschrittene und „die Königsklasse“, schmunzelt Event Direktorin Funkler. Profis wissen, die letzte Kategorie heißt eigentlich “Megastar“.

 

Für Familie Schmid aus Schwaikheim war die Teilnahme an den Summer Classics im Wunderland Kalkar wie ein Familienausflug. Mutter Daniela bringt es auf den Punkt: „Line Dance ist ein Lebensgefühl. Außerdem ist es familiär und trotzdem länderübergreifend. Viele machen es so wie wir. Die Mütter kommen mit ihren Töchtern, oder wie in unserem Fall mit Sohn und Tochter. Die Väter schauen zu.“ Vater Uwe lacht – er darf Filmaufnahmen machen. Tochter Julia (14) und Sohn Marc (10) nehmen beide an den Solo-Wettbewerben teil. Heimvorteil für sie: ihre Mutter unterrichtet selbst schon seit vielen Jahren einige Gruppen im Line Dance.

Written by Freizeitfindex in: Events & Veranstaltungen,Indoor | Schlagwörter: , ,

Copyright © Freizeitfindex – Der Freizeit Blog. Wordpress themes