Jun
08
2016
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Mahnmal und beliebtes Fotomotiv: Maultiere am Strand von Blåvand

601556_original_R_K_by_Hannelore Louis_pixelio.deBlåvand ist ein Urlaubsort ganz im Westen von Dänemark. Er ist zu großen Teilen von Nordseewasser umgeben und hat daher auch einen besonders langen Strandabschnitt. Der Strand und das Meer sind sehr sauber und daher wird jährlich die Blaue Flagge verliehen. Die meisten der knapp 200 Einwohner arbeiten in der Tourimus-Branche und bieten zum Beispiel Ferienhäuser wie auf http://www.dyrvigs.de/ an. Eine Besonderheit am Strand von Blåvand sind die vier Maultiere. Sie erzählen eine Geschichte, die mehr als 70 Jahre alt ist.

Der Atlantikwall im Zweiten Weltkrieg

Die vier Maultiere stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und waren damals ein Teil des 2685 Kilometer langen Atlantikwalls, der von den Deutschen errichtet wurde. Dieser wurde nicht nur an den Nordseeküsten erschaffen, sondern auch entlang des Ärmelkanals und des Atlantiks. Betroffene Länder waren das Deutsche Reich, Belgien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Niederlande und die britischen Kanalinseln. Die befestigten Stellungen des Atlantikwalls sollten vor einer Invasion der Alliierten schützen.

Zwischen 1942 und 1944 wurden insgesamt zirka 8.000 Bunker geplant und auch zum Teil fertiggestellt. Allein in Dänemark entstanden etwa 1.800 Bunker. 1944 begannen dänische Firmen, Zwangsarbeiter und Soldaten der deutschen Kriegsmarine mit dem Bau der Anlage. Die Inbetriebnahme war für September 1945 geplant, doch da es zur Kapitulation der deutschen Wehrmacht kam, wurde die Fertigstellung verhindert.
Das Museum

Heute sind die Bunker unter anderem Museum, Klettergerüst für Kinder und beliebtes Fotomotiv. So beherbergt der südliche Bunker am Strand von Blåvand, der zur Bunkeranlage Tirpitz-Stellung gehört, heute ein Museum, das die Geschichte des Atlantikwalls erzählt. Ende 2016 soll es durch ein Erlebniscenter ergänzt werden.

Die Maulesel-Skulpturen

Die vier Skulpturen wurden 1995 – am 50. Jahrestag der Befreiung Dänemarks – vom britischen Bildhauer und Zeichner Bill Woodrow errichtet, indem er an vier Bunker große Maultierköpfe und -schwänze aus Metall montierte. Sie werden oft mit stilisierten Pferden verwechselt, dabei entschied sich der Künstler ganz bewusst für Maultiere.

Warum gerade Maultiere?

Maultiere sind Arbeitstiere. Sie gelten als besonders leistungsfähig. Die Maultiere von Blåvand schauen auf das offene Meer. Woodrow nannte sein Werk “Riding into the sea”. Bei Hochwasser sieht man, das der Name passt. Sie sollen das Unheil des Krieges vom Land wegziehen.

Maultiere sind steril

Ein weiterer Grund, warum ausgerechnet Maultiere gewählt wurden, ist ihre Unfruchtbarkeit. Sie sind eine Mischung aus Pferdehengst und Eselstute und somit als Hybride nur in ganz seltenen Fällen fortpflanzungsfähig. Sie können sich also nicht vermehren und verdeutlichen dadurch den Wunsch, dass sich auch die Bunker niemals vermehren mögen.

Fotomotiv vom Leuchtturm

Besonders bei Hochwasser wirken die Maultiere sehr faszinierend und geben ein gutes Motiv ab. Die beste Aussicht auf das Mahnmal haben Sie vom 39 Meter hohen Leuchtturm Blåvand Fyr, nachdem Sie 170 Stufen hinaufgestiegen sind.

Foto: Hannelore Louis  / pixelio.de

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